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Golf in der Toskana: Die besten Golfplätze – und wie man den Urlaub drumherum plant

Golf in der Toskana: Die besten Golfplätze – und wie man den Urlaub drumherum plant

Es ist halb sieben am Morgen, und die Sonne kommt gerade über die Hügel des Valdelsa-Tals. Auf dem Fairway des Castelfalfi Valley Course liegt noch Tau. Die Zypressen am Rand der Bahn werfen Schatten, die wie gemalt aussehen. Irgendwo im Tal läutet eine Kirchenglocke, ein Wagen knirscht auf einer Schotterstraße. Sonst nichts. Man steht am Abschlag, schaut über das Gras hinweg, sieht den mittelalterlichen Wachturm von Castelfalfi auf dem Hügel und denkt: So fängt ein guter Tag an.

Golf in der Toskana ist kein Sport. Es ist ein Anlass, früh aufzustehen, in eine Landschaft zu kommen, die man sonst nur aus Postkarten kennt, und dort ein paar Stunden zu verbringen, bevor der Rest des Tages anfängt. Wer das verstanden hat, plant einen Toskana-Urlaub anders als jemand, der nur spielen will. Er plant einen Urlaub, in dem das Golf eine von vielen Schönheiten ist – und nicht die einzige.

Warum die Toskana einer der herausragendsten Golf-Schauplätze Europas ist

Es gibt Golfdestinationen, die effizienter sind. Algarve hat dichter zusammenliegende Plätze. Schottland hat den Mythos der Linkskurse Spanien hat ausgedehnte Resorts. Aber keine dieser Regionen kann das, was die Toskana kann: einen Golfplatz so in die Landschaft betten, dass diese selbst zum besten Argument für die Runde wird.

Hier spielt man nicht auf einem Platz. Man spielt durch ein Stück Italien. Die Bahnen winden sich zwischen Olivenhainen, an Weinbergen entlang, an mittelalterlichen Pfarrkirchen vorbei. Hinter dem dritten Grün steht ein zypressenflankierter Hügel, der wie der berühmteste Italiens aussieht – weil er es ist. Und nach achtzehn Löchern sitzt man auf einer Terrasse mit Blick auf das Tal, trinkt einen Vermentino und versteht, warum manche Spieler hier jedes Jahr im Mai zurückkommen.

Dazu kommt das Klima. Die Saison läuft von April bis Oktober, mit Mai, Juni und September als unbestrittene Höhepunkte. Juli und August sind heiß, spielbar nur mit frühen Abschlagzeiten. Wer im Mai oder Oktober spielt, hat das Wetter Schottlands ohne den Regen.

Und dann ist da der Rest des Urlaubs: Weinverkostungen am Nachmittag, Trattorien am Abend, Thermalquellen für die Beine danach. Eine Region, in der ein Golftag nie ein Golftag bleibt, sondern Teil eines umfassenderen Erlebnisses wird.

Die bedeutendsten Golfplätze in der Toskana

Castelfalfi Golf & Resort – der prominenteste der Region

Castelfalfi ist die spektakulärste Adresse der toskanischen Golfwelt. Das Resort umfasst ein restauriertes mittelalterliches Dorf aus dem 12. Jahrhundert, zwei Golfplätze, ein Spa, mehrere Restaurants. Wer hier ankommt, kommt nicht zu einem Platz, sondern zu einem eigenen kleinen Universum.

Der Mountain Course mit seinen 9 Löchern ist der dramatischere der beiden Plätze: hügelig, mit Höhenunterschieden, die die Driver-Schläge unerwartet weit werden lassen, mit Greens, die durch ihre Lage allein schon einen Schlag mehr kosten können. Der Valley Course mit 18 Löchern ist der fairere – breiter, gut begehbar, mit Fairways, die durch das Tal mäandern und auf denen man auch mit höherem Handicap vorankommt.

Greenfees liegen je nach Saison und Platz zwischen 65 und 110 Euro. Wer früh bucht – am besten online über die Resort-Website – bekommt teilweise deutliche Rabatte.

Was Castelfalfi besonders macht: Es ist ein Komplex, in dem man eine Woche verbringen kann, ohne den Platz zu verlassen. Das ist nicht jedermanns Sache – manche bevorzugen die Mischung aus Resort-Komfort und Dorf-Authentizität, die ein nahegelegenes Ferienhaus bieten kann. Wer aber das All-Inclusive-Resort-Erlebnis mit toskanischer Authentizität schätzt, findet hier eine seltene Kombination.

Golf Club Montecatini – Thermalbäder mit Golf

Montecatini Terme ist seit dem 19. Jahrhundert ein Kurort. Die Belle-Époque-Architektur der Stadt, die Jugendstilbäder, die alten Promenaden – wer hier ankommt, taucht in ein Italien ein, das auf der typischen Toskana-Route nicht vorkommt. Und am Stadtrand liegt der Golfclub Montecatini.

Der Platz mit 18 Löchern führt durch ein parkartiges Gelände mit hohen Bäumen. Relativ flach, gut begehbar, weniger spektakulär als Castelfalfi, dafür entspannter zu spielen. Greenfee zwischen 45 und 70 Euro.

Was diesen Platz auszeichnet, ist die Kombination: Nach der Runde fährt man fünfzehn Minuten in die Stadt, betritt eine der historischen Thermalanlagen – Bagni Tettuccio etwa, mit seinen Springbrunnen aus dem späten 19. Jahrhundert – und liegt eine Stunde lang im warmen Wasser, das die Beine wieder zum Leben bringt. Das ist Erholung, die das jüngste Resort nicht bieten kann.

Punta Ala – Golf am Meer

Wer das Meer hört, während er spielt, ist in Punta Ala. Der Platz liegt an der Maremma-Küste, zieht sich durch alte Pinienwälder direkt am Meer entlang, mit jenem besonderen Licht, das die toskanische Küste am späten Nachmittag hat. Salzige Luft, das Knirschen der Kiefernzapfen unter den Schuhen, im Hintergrund das Rauschen der Wellen.

18 Löcher, technisch moderat, atmosphärisch außergewöhnlich. Greenfee zwischen 65 und 90 Euro. Was Punta Ala zur seltenen Adresse macht: Wenige Plätze in Europa kombinieren das Meeresambiente so direkt mit der Eleganz eines toskanischen Pinienwaldes. Wer hier morgens spielt und nachmittags am Strand liegt, hat zwei Italien-Klischees an einem Tag erfüllt – und beide haben sich gelohnt.

Versilia/Forte dei Marmi – die elegante Küste

Im Hinterland von Camaiore, mit Blick auf die Apuanischen Alpen, liegt der Golf Club Versilia. Ein 9-Loch-Platz, kompakt, gepflegt, ideal für entspannte Vormittagsrunden. Greenfee zwischen 40 und 60 Euro.

Aber die wahre Faszination dieses Standorts ist nicht der Platz selbst. Es ist die Versilia, die danach beginnt. Forte dei Marmi am Abend – eine der elegantesten Promenaden Italiens, mit Apéritif-Bars, Fischrestaurants, dem Strand im Hintergrund. Pietrasanta für die Marmorkultur, Lucca für die Stadtmauern, die Apuanischen Alpen für einen Ausflug am nächsten Tag. Wer hier wohnt und am Morgen neun Löcher spielt, bevor der Tag richtig anfängt, hat das beste Versilia-Modell gewählt, das es gibt.

Antognolla bei Perugia – Grenzlage Umbrien

Für Ferienhaus-Bewohner im Grenzgebiet zwischen Toskana und Umbrien – etwa um den Trasimenosee – ist Antognolla das nahegelegene Ziel. Das Resort liegt in einem mittelalterlichen Borgo bei Perugia. Der Platz wurde von Robert Trent Jones Sr. konzipiert.

18 Löcher, technisch der anspruchsvollste Platz der Region, mit Blick auf die umbrischen Hügel und der typisch toskanisch-umbrischen Mischung aus Olivenhain und Zypresse. Greenfee zwischen 60 und 95 Euro. Für Spieler, die einen Platz mit Charakter suchen und Umbrien als Reiseregion gleich mit erkunden möchten.

Wie man Golf und Ferienhaus-Urlaub kombiniert

Resort oder Ferienhaus – eine Frage des Stils

Ein Castelfalfi-Aufenthalt ist durchorganisiert. Das hat seinen Reiz: Man muss nicht denken, alles ist da, der Komfort ist hoch. Ein Ferienhaus in einem Dorf in der Nähe – etwa in Certaldo oder Volterra – ist authentischer, erfordert aber etwas eigene Initiative. Hier muss man morgens das Auto nehmen, um zum Platz zu fahren. Dafür wohnt man in einem Steinhaus mit Olivenhain, kauft am Wochenmarkt ein und kennt den Bäcker am dritten Tag mit Namen.

Für viele Reisende ist die zweite Variante die schönere. Sie verbindet das Golfspielen mit dem echten Italien, in dem auch der Rest des Tages stattfindet.

Bei der Wahl des Ferienhauses lohnt es sich, auf realistische Fahrtzeiten zu achten. Dreißig Minuten zum Platz sind vertretbar, mehr wird mit der Zeit lästig. Auch ein sicherer Stellplatz für das Auto ist wichtig – frühe Abschlagzeiten bedeuten frühe Abfahrten, und ein Auto, das in einem schmalen Dorfgassen-Parkplatz steht, ist um halb sieben morgens nicht immer leicht zu manövrieren.

Wer nicht spielt – was Partner machen können

Es gibt diese Konstellation, in der ein Partner Golf spielt und der andere nicht. In vielen Reiseregionen ist das ein Kompromiss. In der Toskana ist es ein Geschenk.

Während der eine auf dem Platz steht, kann der andere im Chianti unterwegs sein – Greve in der Morgenmarkt-Phase, Panzano für ein verlängertes Mittagessen bei Dario Cecchini, Montefioralle für die Aussicht. Oder ein Tag in Thermalbädern: Saturnia, Bagno Vignoni, San Filippo. Oder Volterra mit seinen etruskischen Mauern und der Alabaster-Tradition. Oder einfach ein Vormittag auf der eigenen Terrasse mit einem fesselnden Buch und einem späten Frühstück, während der Golfspieler die letzten Löcher beendet.

Am Abend kommen beide zusammen, mit Geschichten, die sich nicht überlappen – und mit dem Gefühl, dass jeder seinen perfekten Tag hatte.

Wenn die ganze Gruppe spielt

Für Reisegruppen, in denen alle Golf spielen, lohnt sich ein größeres Ferienhaus und feste Tee-Times über die Woche verteilt. Klassisch: zwei Runden auf verschiedenen Plätzen, dazwischen gemeinsame Ausflüge in die Region. Castelfalfi am Montag, Punta Ala am Donnerstag, dazwischen ein Tag in Florenz oder bei einem Winzer. Das ergibt eine Mischung aus Sport, Kultur und Genuss, die kein reines Golfhotel anbieten kann.

Praktische Tipps für die Toskana

Im Mai oder Oktober zu spielen, ist die intelligenteste Entscheidung, die ein Toskana-Golfer treffen kann. Die Temperaturen sind ideal, die Plätze sind grün, die Touristendichte ist niedrig. Wer im Juli oder August spielt, plant Abschlagzeiten vor 8 Uhr oder nach 17 Uhr – alles andere wird zur Hitzeschlacht.

Die meisten Clubs erwarten klassische Golfkleidung: Kragen-Shirts, keine Shorts unterhalb der Knie, keine Jeans. Wer das vergisst, kann sich an den Pro-Shops vor Ort meist neu ausstatten – aber günstiger ist es, vorher zu prüfen.

Tee-Times werden in der Hauptsaison am besten zwei bis drei Wochen vorher gebucht, bei Castelfalfi auch früher. Leihschläger sind verfügbar – Kosten zwischen 25 und 45 Euro pro Runde, Qualität je nach Club unterschiedlich. Wer mit eigenen Schlägern reisen möchte, sollte die Flugfreigaben prüfen oder den Versand über spezialisierte Anbieter erwägen.

Der eigentliche Reiz der Toskana – das, was nicht in der Scorecard steht

Es gibt diesen Moment am späten Nachmittag, wenn die Runde vorbei ist und der Tag noch da. Die Beine spüren die Achtzehnlöcher leicht, aber nicht zu schwer. Auf der Terrasse des Clubhauses steht ein Glas Vermentino. Die Hügel werden im Abendlicht goldener, die Zypressen werfen die längsten Schatten des Tages. Irgendwo unten im Tal beginnt eine Glocke zu läuten – vielleicht eine kleine Pfarrkirche, vielleicht nur eine Uhrglocke. Man weiß es nicht genau, und es ist auch egal.

Das ist der Moment, der den Toskana-Golf von einem Golfurlaub anderswo unterscheidet. In Schottland würde man jetzt ins Hotel gehen, sich umziehen, ins Pub gehen. In Algarve würde man am Pool sitzen. Hier sitzt man auf einer Terrasse mit Zypressenblick und denkt vielleicht an die Birdie-Chance, die man auf der 14. verpasst hat. Man denkt vor allem daran, was es heute Abend in der Trattoria im Dorf gibt. Wahrscheinlich Pici al ragù di cinghiale. Wahrscheinlich mit einem Glas Chianti Classico Riserva. Wahrscheinlich danach noch ein Espresso und ein Vin Santo.

Das ist kein Sport. Das ist Lebensart, die zufällig auf einem Golfplatz beginnt. Und es ist der wahre Grund, warum immer mehr Spieler im Mai oder Oktober wiederkommen – nicht wegen der Plätze allein. Sondern wegen dem, was nach der Runde passiert.

Häufige Fragen zu Golferlebnissen in der Toskana

Welcher Golfplatz in der Toskana ist der eindrucksvollste?

Das hängt vom Reisestil ab. Castelfalfi für Drama und Resort-Komfort, Punta Ala für Meeresatmosphäre, Versilia für die Kombination mit der eleganten Küste, Montecatini für die Thermalbad-Kombination.

Wie hoch sind die Green-Fee-Preise in der Toskana?

Je nach Platz und Saison zwischen 40 und 110 Euro pro Runde. Castelfalfi ist am teuersten, Montecatini und die Versilia-Anlage am günstigsten.

Kann man Leihschläger auf toskanischen Golfplätzen bekommen?

Ja, bei allen bedeutenderen Clubs. Qualität und Preis variieren – Anfrage vor der Reise empfohlen.

Wann sollte man Tee-Times buchen?

In der Hauptsaison von Mai bis Oktober sollte man Tee-Times am besten zwei bis drei Wochen im Voraus buchen, bei Castelfalfi sogar noch früher.

Lohnt sich Golf in der Toskana auch für Anfänger oder Spieler mit höherem Handicap?

Plätze wie Montecatini oder Versilia sind auch für mittlere Handicaps gut spielbar. Castelfalfi Mountain Course und Antognolla sind anspruchsvoller – aber bei guter Tee-Wahl bewältigbar.

Fazit

Golf in der Toskana ist die seltene Reisedestination, bei der der Platz selbst nicht das Wichtigste ist. Es ist die Region, die das Spielen umgibt: die Hügel zwischen den Bahnen, die Restaurants am Abend, die Weinkeller am Nachmittag, die Thermalquellen für die Beine danach. Wer das versteht, plant einen Toskana-Golf-Urlaub anders als einen Algarve- oder Schottland-Urlaub. Er plant ihn als italienischen Urlaub, in dem der Golf eine von vielen Schönheiten ist.

Die entscheidendsten Empfehlungen aus diesem Artikel: Reisen Sie im Mai, Juni oder Oktober — das Klima ist ideal, die Plätze gepflegt, die Touristendichte niedrig. Wählen Sie zwischen Resort-Aufenthalt (Castelfalfi) und Ferienhaus mit Platz in der Nähe (in den Dörfern um Volterra, Certaldo, Camaiore) – beide Modelle haben ihre Berechtigung, aber sie führen zu völlig verschiedenen Urlaubsformen Buchen Sie Tee-Times zwei bis drei Wochen im Voraus. Und denken Sie an die Begleitung, die nicht spielt — in der Toskana gibt es für sie mehr zu erleben als in fast jeder anderen Golfdestination Europas.

Wer einmal eine Woche in der Toskana mit zwei oder drei Runden Golf, einem Weingut, einem Thermalbad und mehreren langen Abendessen verbracht hat, kommt mit etwas zurück, das weder ein reines Golfresort noch ein klassischer Toskana-Urlaub bieten kann: die Kombination aus Sport, Genuss und Lebensart, die diese Region zu einem der fabelhaftesten Plätze in Europa für anspruchsvolles Reisen macht.

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